Herausgeber: Briard Club Deutschland e.V. (BCD) im VDH u. FCI

Redaktion: Ulrike Theumer, 06846 Dessau,
Satz u. Druck: Christa & Martin Walz, 76316 Malsch

NACHDRUCK, AUCH AUSZUGWEISE, NUR MIT GENEHMIGUNG DES
BRIARD CLUB DEUTSCHLAND E.V.

   

Der Standard des Briard in Stichworten

Der Briard ist ein rustikaler, gut proportionierter Hund mit lebhaftem und aufgewecktem Charakter. Sein Verhalten sollte weder aggressiv noch ängstlich sein. Die Rüden sind 62 - 68 cm, die Hündinnen 56 - 64 cm groß. Der Kopf ist stark und lang; die Augen sind waagerecht, gut geöffnet und von dunkler Farbe mit intelligentem und ruhigem Ausdruck. Sie werden von den Haaren leicht verschleiert. Die Zähne sollen perfekt zueinander passen; im Idealfall bilden sie ein sog. Scherengebiss. Die Ohren sind hoch angesetzt und nicht anliegend. Nach dem geltenden Tierschutzgesetz werden die Ohren in Deutschland nicht kupiert. Der Hals ist muskulös und deutlich von der Schulter abgesetzt. Die Brust ist breit und tief und gut bis zu den Ellbogen herabgezogen; der Rücken ist gerade. Die Läufe sind gut bemuskelt, von starkem Knochenbau und senkrecht gestellt. Die Rute wird nicht kupiert; sie ist gut behaart mit schön wehender Fahne und soll am Ende einen Haken bilden. Das Gangwerk ist harmonisch und raumgreifend.
Das Haar ist, ähnlich dem Ziegenhaar, leicht gewellt, lang und trocken. Schwarz (noir), fauve, fauve mit schwarz überdeckt (charbonné - wenig oder mittel) oft mit Maske, grau (gris) oder blau (bleu). Eine Besonderheit des Briard sind die doppelten Afterkrallen an den Hinterläufen. Die Afterkrallen bestehen aus klar getrennten Zehen mit Kralle, die ziemlich nahe am Fuß angesetzt sind.
Den Original-Standard (FCI-Standard Nr. 113) finden Sie auf unserer Homepage als pdf-Datei.

DER BRIARD

Einen Pudel, Dackel oder Retriever kennt jeder Hundefreund. Einen Briard auf unseren Straßen zu entdecken, ist selten. Oft wird man gefragt, um was für eine Rasse es sich bei dieser auffallend schönen Erscheinung handelt. Selbst in Frankreich, dem Mutterland der Rasse, sieht man ihn selten, obwohl ihn dort fast jeder kennt.

Die Herkunft

Der Briard ist eine relativ alte Rasse, die 1809 von Abt Rozier erstmalig ausführlich beschrieben wurde.
Sie wurde gezüchtet, um Schaf- und Rinderherden in den Ebenen Frankreichs zu hüten und zu schützen.
Entstanden ist die Rasse vermutlich aus Hof- und Bauernhunden unter Einkreuzung des Barbet; man denkt, dass daher auch die Wasserfreude des Briards stammt.
Nachdem 1863 ein Briard erstmalig auf einer Landwirtschaftsaustellung gezeigt wurde, erstellte man 1897 einen Standard für diese Rasse.
1909 gründeten in Frankreich Liebhaber der Rasse den „Club des Amis du Briard“ und überarbeiteten den Standard.

Die Verwendung

Da der Briard sehr vielseitig ist, wurde er, wie viele andere Rassen auch, in beiden Weltkriegen als Wach- und Meldehund genutzt. In einigen Ländern wurde bzw. wird er als Diensthund bei der Polizei eingesetzt.
Die ursprüngliche Aufgabe des Briards ist das Hüten und Bewachen von Schafen bzw. Rindern. Das erforderte Ausdauer, Kraft, Wendigkeit, Intelligenz und Eigeninitiative. Diese wertvollen Eigenschaften wurden bis heute züchterisch erhalten und machen ihn zu einem aufmerksamen Begleiter, dessen Einsatzmöglichkeiten sehr vielfältig sind.
Einige Schäfer nutzen ihn heute noch als Herdengebrauchshund, doch das Haupteinsatzfeld dürfte heute bei der Familienbetreuung liegen.
Ein Briard möchte bei seiner Familie sein und ist deshalb nicht für Zwingerhaltung geeignet.
Er benötigt Beschäftigung und eignet sich für viele Hundesportarten: Turnierhundesport, Agility, VPG, Rettungs- und Fährtenarbeit, Obedience oder DogDancing - eigentlich macht er jeden Spaß mit, wenn man ihn mit viel Liebe, Geduld, Konsequenz und Einfühlungsvermögen erzieht.

Die Fellpflege

Obwohl der Briard ein langes Haarkleid besitzt, ist er relativ pflegeleicht, wenn die Fellqualität dem Standard entspricht. Ziegenhaarartiges, trockenes Haar mit wenig Unterwolle neigt nicht so schnell zu Verfilzungen. Je nach Haarstruktur benötigt das Haarkleid alle 1-3 Wochen eine gründliche Pflege mit einem grobzinkigen Kamm. Nähere Infos zur Fellpflege bekommen Sie bei Ihrem Züchter.

Die Ernährung

Der Briard frisst für einen Hund seiner Größe relativ wenig. Er benötigt ein ausgewogenes Futter, besonders in der Wachstumsphase.


Die Voraussetzungen für den Welpenkauf

Haben Sie genug Zeit für den Hund?
Er möchte beschäftigt und erzogen werden und das nicht nur nebenbei. Besonders im Welpen- und Junghundalter ist eine gute Sozialisation wichtig, der Briard sollte überall hin mitgenommen werden, um die Welt kennenzulernen.
Ist die Familie einverstanden?
Alle sollten an einem Strang ziehen.
Erlaubt der Vermieter die Hundehaltung?
Können Sie Ihren Hund in Ihre Urlaubspläne mit einbeziehen?
Falls nicht, benötigen Sie einen Platz, wo der Hund während Ihres Urlaubes gut aufgehoben ist.
Können Sie sich einen Hund leisten?
Ein Hund verursacht Kosten. Abgesehen von Futter, Zubehör, Tierarzt, auch Steuer und Haftpflicht-Versicherung.

Der Welpenkauf

Wenn Ihre Voraussetzungen für die Hundehaltung gegeben sind und Sie sich für einen Briard entschieden haben, wenden Sie sich an einen seriösen Züchter und besuchen Sie ihn unverbindlich. Nur so erfahren Sie, wie er seine Hunde aufzieht.
Überzeugen Sie sich davon, dass der Züchter einem vom VDH und der FCI anerkannten Zuchtverein angehört. Der VDH und seine Mitgliedsvereine haben sich im internationalen Vergleich für ein äußerst strenges Zuchtreglement entschieden. Die entsprechenden Richtlinien legen den höchsten Stellenwert auf die physische und psychische Gesundheit und den Tierschutz. Um mit dem Qualitätssiegel „VDH“ züchten zu dürfen, müssen die Züchter und ihre Zuchttiere verschiedene Prüfungs- und Kontrollebenen durchlaufen.
VDH-Ahnentafeln haben national und international Gültigkeit auf allen Schauen und Prüfungen.

Frühestens mit 8 Wochen darf der Welpe abgegeben werden. Zu diesem Zeitpunkt ist der Welpe gechipt, entwurmt und geimpft. Beim Kauf erhalten Sie vom Züchter Impfpass, Wurfabnahmebericht, Ahnentafel und Futterplan. Beim Kauf eines Welpen aus VDH-Zucht bekommen Sie einen bestens aufgezogenen Welpen mit gültigen Papieren. Bei Ihrem Züchter bekommen Sie auch nach dem Kauf jederzeit Rat und Hilfe bei der Aufzucht und Erziehung Ihres Hundes.
Meist bieten unsere Züchter von Zeit zu Zeit Welpentreffen an, wo Sie die Geschwister Ihres Briards sowie deren Familien kennenlernen können.


Der Club

Der BCD besteht seit 1988 und hat mittlerweile ca. 700 Mitglieder. Unsere Mitglieder stammen hauptsächlich aus Deutschland, aber auch unsere europäischen Nachbarn sind in unserem Verein vertreten.
Das Hauptinteresse unseres Vereins ist die Zucht und Gesund-Erhaltung der Rasse Briard. Der BCD hat hohe Ansprüche, was den Standard, das Verhalten und die Gesundheit der im Club eingesetzten Zuchttiere betrifft. Diese Qualitätskontrolle bei der Zuchtplanung trägt Früchte. Mittlerweile erfreut sich die BCD-Nachzucht auch im Ausland reger Nachfrage und zahlreiche internationale Titel konnten unsere BCD-Briards „mit nach Hause nehmen“.
Die Mitglieder des BCD treffen sich nicht nur zu den Zuchtzulassungen und Ausstellungen (besondere Highlights sind die einmal im Jahr stattfindende Clubschau und die nur alle zwei Jahre stattfindende Selektion) sowie zur Mitgliederversammlung, sondern pflegen freundschaftliches Miteinander auch bei Junghundbeurteilungen, Briard-Spaziergängen, Stammtischen und Arbeitstreffen.
Es gibt mehrere regionale Arbeitsgruppen, bei denen Arbeit, Spaß und Spiel für gute Laune bei Zwei- und Vierbeinern sorgen.

Die Vereinsstruktur

Der BCD wollte bei seiner Gründung mehr Demokratie wagen und deshalb sieht die Satzung des BCD eine Briefwahl vor, so dass alle Club-Mitglieder ein Komitee von 11 Personen wählen können. Dieses Komitee ist ebenfalls in den Vereinsstrukturen des VDH ein Novum. Es ist für die Vereinsarbeit zuständig und wählt aus seiner Mitte den Vorstand des BCD.
Alle Mitglieder erhalten vierteljährlich das Vereinsorgan BRIARD REVUE und monatlich “Unser Rassehund”, das Presseorgan des VDH, in dem alle Rassehundezuchtvereine vertreten sind.
Selbstverständlich ist der BCD unter www.briardclub.de und bei Facebook auch im Internet vertreten.

Auf der Homepage finden Sie alle Infos brandaktuell.

Briard in Not (BiN)

Dieter Fockenberg gründete 1997 mit einigen engagierten Briardbesitzern im BCD “Briard in Not”. Seitdem bemüht sich BiN mit großem Erfolg, in Not geratene Briards wieder in ein artgerechtes und lebenswertes Zuhause zu vermitteln.


Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Ansprechpartner des Briard Club Deutschland, wir informieren Sie gern.

Ihr Briard Club Deutschland e.V.

  Die Infobroschüre als PDF zum Download - HIER