Informationen zu VDH-Sportprüfungen 

- Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde -

Die Vielsurfer im Internet lesen in letzter Zeit in bestimmten Publikationen Schlagworte und Begriffe zu VDH-Sportprüfungen, die dort absichtlich zur Stimmungsmache missbraucht werden. Vielen sind die Begriffe und Vorbedingungen zu VDH-Sportprüfungen nicht bekannt oder sie haben nur auszugsweise irgendwie Irgendwas davon gehört.   Fehlendes Wissen führt aber zwangsläufig zu einer falschen Betrachtung und Bewertung - und kann Fanatische mit Sendungsbewußtsein durchaus zu den einfältigsten Thesen und letztendlich zu einem Unterhosenjournalismus verführen.    Damit Sie diese Hetzkampagnen durchschauen, hier zum besseren Verständnis

Auszüge aus der gültigenVDH-Sporthundeprüfungsordnung


FCI   =  Fédération Cynologique International
VDH = Verband für das Deutsche Hundewesen / Mitglied der FCI
AZG =  Arbeitsgemeinschaft der Zucht- und Gebrauchshundesportverbände
              er ist ein Fachausschuß des VDH
dhv  =   Deutscher Hundesportverband
             er befasst sich ausschließlich mit der Ausbildung und dem Sport mit Hunden und ist ein Ausschuß des VDH

Alle VDH-Prüfungen und Wettkämpfe unterliegen in Bezug auf  Durchführung und Verhalten der Beteiligten sportlichen Grundsätzen. Die Art der Vorführung und deren Beurteilung ist in der Prüfungsordnung des VDH festgehalten, für alle Teilnehmer gleich und bindend. 


Augsburger-Modell/Team-Test

Hundeführer und Eigentümer von Hunden, die nach dem Augsburger-Modell/Team-Test geprüft werden oder an einem Erziehungskurs, wie z.B. dem VDH-Hundeführerschein teilnehmen, müssen nicht Mitglied im VDH sein.
( In der Ausgestaltung ist der Team-Test in vielem der Begleithundeprüfung ähnliCH. )

Begleithundeprüfungen

(BH- mit Schuß und BHA- ohne Schuß) mit Verhaltenstest und Sachkundeprüfung für den Hundehalter

werden nur anerkannt, wenn sie in einem Verein/Verband  abgelegt werden, der Mitglied in der AZG und somit Mitglied im VDH ist. Deutsche Teilnehmer und Eigentümer des Hundes müssen eine gültige Mitgliedschaft in einem VDH-Verein/-Verband nachweisen, ausländische Teilnehmer in einem der FCI angeschlossenen Verein/Verband. Zugelassen sind Hunde aller Rassen und Größen. Das Zulassungsalter beträgt 15 Monate.


Unbefangenheitsprobe/ Überprüfung der Sozialverträglichkeit

Vor der Zulassung zu einer BH-Prüfung sind die gemeldeten Hunde einer Unbefangenheitsprobe zu  unterziehen, bei der auch die Identität durch Kontrolle der Täto-/Chip-Nummer erfolgt. Die Beurteilung der Unbefangenheit erfolgt auch während der gesamten Prüfung. Hunde, die bereits hier die Unbefangenheitsprobe nicht bestehen, sind vom weiteren Prüfungsverlauf auszuschließen. Zeigt ein Hund, auch wenn er die erste Unbefangenheitsprobe bestanden hat, im Laufe der Prüfung Wesensmängel, kann der Leistungsrichter den Hund sofort von der Prüfung ausschließen.

Auf einem Übungsplatz wird der Teil A der Begleithundeprüfung absolviert. Leinenführigkeit und  Freifolge nach vorgegebenem Gehschema, mehrfaches Durchqueren einer sich bewegenden  Personengruppe, Absetzten des Hundes mit zurücklassen und wieder abholen, Ablegen und Abrufen nach Anweisung sowie das Ablegen des unangeleinten Hundes, von dem sich der Hundeführer ca 30 Schritt entfernt ruhig hinstellen muß und das so lange, bis  ein anderer Hund die gleichen Übungen direkt vor dem abgelegten, unangeleinten  Hund fertig absolviert hat. Jede dieser Übungen beginnt und endet mit der „Grundstellung“, in der der Hund mindesten 3 Sekunden ruhig neben seinem Hundeführer sitzen soll.

Die Durchführung des „Teil B“ dient der Überprüfung des Hundes bezüglich seines Sozialverhaltens gegenüber Mensch und Tier sowie seiner Umweltsicherheit. Die Überprüfung erfolgt unter dem Einfluß von Alltagssituationen, sie darf demnach keinesfalls im unmittelbaren Bereich oder Umfeld des Übungsgeländes durchgeführt werden. Sie sind verbindlich innerhalb geschlossener Ortschaften zu Zeiten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen durchzuführen. Bei Begegnungen mit Personen, Radfahrern, Joggern, Scatern und anderen Hunden hat sich der Hund angemessen ruhig, neutral zu verhalten und an lockerer Leine neben seinem Hundeführer zu gehen. Auf Anweisung des Leistungsrichters wird das Verhalten des kurzfristig im Verkehr angeleint allein gelassenen Hundes sowie hier auch sein Verhalten gegenüber Tieren und Menschen überprüft.

Teilnehmer, die erstmalig in einer VDH-Begleithundeprüfung starten und den entsprechenden Nachweis der Sachkunde nicht erbringen, haben ab dem 01.01.2002 sich am Tag der Veranstaltung  dem amtierenden Leistungsrichter zur schriftlichen Überprüfung ihrer Sachkunde erfolgreich zu stellen, bevor sie mit ihrem Hund im praktischen Teil überprüft werden.

Wenn Sie diese Anforderungen aufmerksam gelesen haben, dann verstehen sie, dass nicht alle Hunde mit ihren Hundeführern diese Anforderungen erfüllen. Diese erfolgreich abgelegte Begleithundeprüfung „befreite“ daher auch in NRW die Hunde und ihre Halter vom Maulkorb- und Leinenzwang.   

Zulassungsbestimmungen zur VDH-Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde VPG ( vormals genannt VDH-Schutzhundeprüfung für Sporthunde SchH)
Vor der ersten Teilnahme an einer Vielseitigkeitsprüfung für Gebrauchshunde (vormals SchH-Prüfung für Sporthunde ) ist  für jeden Hund eine bestandene Begleithundeprüfung BH nachzuweisen, die innerhalb eines AZG-Verbandes abgelegt sein muss.


Unbefangheitsprobe für VPG/SchH

Vor jeder  Zulassung zu einer VPG (SchH)-Prüfung sind die gemeldeten Hunde zum wiederholten Male einer Unbefangenheitsprobe zu unterziehen und zwar in der Ausgestaltung, wie sie bereits für die Begleithundeprüfung erforderlich war. Die Beurteilung der Unbefangenheit erfolgt auch während der gesamten VPG (SchH)-Prüfung. Hunde, die bereits hier die Unbefangenheitsprobe nicht bestehen, sind vom weiteren Prüfungsverlauf auszuschließen. Zeigt ein Hund, auch wenn er die erste Unbefangenheitsprobe bestanden hat, im Laufe der Prüfung Wesensmängel, kann der Leistungsrichter den Hund sofort von der Prüfung ausschließen. Die VPG (SchH ) – Prüfung besteht aus drei Abteilungen, der Fährte, der Unterordnung, dem Schutzdienst .
Auf der Fährte müssen die Hunde die ruhige Aufnahme einer bis zu 60 Minuten „alten“ Fährtenspur sowie das sichere Verweisen der Fährten-gegenstände zeigen.

In der Unterordnung
wird die Bereitschaft des Hundes überprüft, freudig und kontrolliert die Anweisungen seines Hundeführers auszuführen. Dies geschieht in der Leinenführigkeit und Freifolge sowie in der Menschengruppe, dazu im Absetzen und Ablegen, im Abstellen, beim Apportieren auf dem Boden, im Sprung über Hürde und Steilwand, im Voraussenden mit Ablegen nach Richteranweisung und letztendlich beim Ablegen und Verlassen des Hundes, während ein anderer Hund vor seinen Augen Übungen absolviert.

Im Schutzdienst hat der Hund zielstrebig, selbstsicher, energisch mit ruhigem vollen Griff den Schutzarm mit Beißwulst zu fassen und darum unter Belastung zu kämpfen. Dabei muß er immer führig bleiben. Zur Führigkeit gehört die Bereitschaft des Hundes, Gehorsam während des gesamten Schutzdienstes zu zeigen. Sie zeigt sich insbesondere in den Übungsteilen Gehorsamsstreifen um die Verstecke, dichtes bei Fuß gehen mit aufmerksamem Beobachten, schnelles Ablassen am Schutzarm und schnelles Kommen beim Abrufen sowie in den aufmerksamen, ruhigen Bewachungsphasen. Hunde die ihre Aktivität, ihre natürliche Beuteaggression, ihre Erregung nicht kontrolliert am Schutzarm ausleben, sondern sich bissig zeigen, werden disqualifiziert und erhalten keine Bewertung. Hunde bei denen der Schutzdienst wegen Ungehorsam/Unführigkeit beendet wurde, erhalten auch keine Bewertung.   

Jetzt können Sie natürlich sagen, das ist nicht meine Sportart.  Aber sie müssen auch feststellen, dass ein Hund ein hohes Maß an Selbstsicherheit und Sozialverträglichkeit sowie in höchstem Maße kontrollierte Aktivität ( Trieb !! ) als Grundvoraussetzungen haben muß, um die Anforderungen zu dieser VDH-Sportprüfung zu erfüllen.

Wenn irgendwelche Verrückten Hunde scharf und somit gefährlich machen und  dies „Schutzhundeausbildung“ nennen, dann hat das überhaupt nichts mit einer VDH–Sportprüfung zu tun, sondern ist ein Verbrechen.

Norbert Haag